1300 € für ein Bild

Schlagwörter: , , , Erfahrungen 05 August, 2009

Ich sprach neulich ja mit einem Kunden über Urheberrecht. Inspiriert wurde das dadurch, dass ein guter Freund und ebenfalls Kunde eine Abmahnung bekommen hatte.

Was war passiert? Mein Freund kümmert sich um die Homepage seiner Band. Da diese demnächst auf dem Maschseefest Hannover auftreten wird, suchte er ein geeignetes Bild um dies auf der Homepage bekannt zu geben – er suchte bei Google. Mein Freund beachtete nicht, dass das Bild nicht freigegeben war, sondern viel mehr zum Erwerb einer Lizenz angeboten wurde.

Nachdem das Bild dann einige Zeit auf der Homepage meines Freundes zu sehen war, folgte eine Abmahnung einer Anwaltskanzlei (ich bin mir sicher, dass mein Freund das Bild auch schon bei einer E-Mail sofort entfernt hätte – leider ist das hier in Deutschland nicht notwendig und eine Abmahnung schon “ein netter Weg”). Ein paar Seiten über den Verstoß, Unterlassungserklärung und selbstverständlich Kostennote. Veranschlagt wurde eine Nutzungsdauer von 12 Monaten, obwohl das Bild nur drei auf der Seite aufrufbar gewesen war. 100% Aufschlag dafür, dass das Bild verwendet wurde ohne den Urheber zu nennen.

Um sowohl die Kosten als auch die Unterlassungserklärung zu prüfen, kontaktierten wir eine Anwältin. Diese dann wiederum den gegnerischen Anwalt.

Zum Schluss stellte der Urheber seine Forderung etwas zurück, da er vermutlich einsah, dass zum einen kein großer Schaden entstanden war und das ganze nicht kommerzieller oder absichtlicher Natur war. Dennoch blieb in der Summe: 1300 € – für ein Bild, drei Monate.

Aus Erfahrung kann ich sagen, dass viele Webseitenbetreiber, vor allem diejenigen von Clans, Gilden, und Communities, in denen der Altersdurchschnitt unter 20 liegt, keine Ahnung von Urheberrecht haben. Nicht nur Texte werden kopiert (mal mit Verweis auf die Quelle, mal ohne), sondern auch Bilder und Musik. Dies ist natürlich in den meisten Fällen nicht korrekt. Doch woran liegts? Scheinbar ist es wirklich der Unwissenheitsfaktor, der viele dazu verleitet. In der realen Welt wird man mit dem Urheberrecht doch kaum konfrontiert, man brauch gar nicht bescheid wissen. Keiner würde auf die Idee kommen ein Buch zu kopieren und weiterzuverkaufen für legal zu halten. Außerdem wäre es wohl viel zu aufwändig. Doch im Internet ist dies mit ein paar Klicks möglich und so schwapt die Unwissenheit über in das Internet und verursacht hier Schäden.

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